Das letzte Jahr mag eine nie dagewesene Menge an neuen K-Pop-Acts gesehen haben (gut einen pro Woche), da die fast alle floppten dominierten allerdings die Etablierten umso deutlicher. Besser lässt sich 2012 an, wie B.A.P. debütierte auch die Gruppe SPICA eindrucksvoll mit Schusswaffen-Onomatopoesie. Im Zusammenspiel dieser mit der Donnertrommel im Hintergrund und der schieren Vokalkraft würde die R&B-Nummer selbst dann nicht im Geigenmeer ertrinken, wenn sie nicht ohnehin von dieser fabelhaften Nebenmelodie aus Pfeifen, Bliepen und Saitenzupfen am Paddeln gehalten würde. [Video] SPICA - Russian Roulette
Das letzte Jahr mag eine nie dagewesene Menge an neuen K-Pop-Acts gesehen haben (gut einen pro Woche), da die fast alle floppten dominierten allerdings die Etablierten umso deutlicher. Besser lässt sich 2012 an, wie B.A.P. debütierte auch die Gruppe SPICA eindrucksvoll mit Schusswaffen-Onomatopoesie. Im Zusammenspiel dieser mit der Donnertrommel im Hintergrund und der schieren Vokalkraft würde die R&B-Nummer selbst dann nicht im Geigenmeer ertrinken, wenn sie nicht ohnehin von dieser fabelhaften Nebenmelodie aus Pfeifen, Bliepen und Saitenzupfen am Paddeln gehalten würde. [Video] SPICA - Russian Roulette
Klar, an Roly Poly kommt es nicht ganz ran, aber das wär auch nur zu erreichen gewesen, wenn man alles außer den titelgebenden Worten im Refrain 1:1 abkopiert hätte. Dafür muss Lovey-Dovey (oder eher Lobby-Dobby , was nicht weniger Sinn ergibt) nicht unter einem uneleganten Mikro-Rap-Part leiden und setzt neben T-aras Hit- auch Shinsadong Tigers sagenhafte Produktionsserie (ganz vergessen hinzuzufügen: Trouble Maker . Wahnsinn der Mann.) erneut mit unaufhaltsamem Drall fort. Die Vocals sind heliumgepitcht, titschen wie die ebenbürtig irreal quietschbunte Soundpalette zu gummibandschnalzendem Beat umher, zwischendurch gibt's einen Dance-Off von Cowbelltreppe und Synth-Wöbblechen. [...]
Und wo gerade so das Reunion-Fieber umgeht, sagen Tokyo Jihen dem Beisammensein ab und lösen sich auf. Ich war der Gruppe gegenüber lange ignorant, fielen ihre Anfänge doch in die Phase, wo ich Shiina Ringos Solosachen gerade erst richtig entdeckte und so erst mal ein Jahr lang mit KZK (aka dem besten Album des letzten Jahrzehnts) beschäftigt war. Es folgte Ungläubigkeit ob der stilistischen Gewöhnlichkeit ihres Jazzpops, so weit entfernt vom Avant-Pop Shiinas, erst um OSCA / Killer Tune rum konnte ich mich zumindest für einzelne Songs begeistern. Besonders wenn sie rockiger [...]
Und wo gerade so das Reunion-Fieber umgeht, sagen Tokyo Jihen dem Beisammensein ab und lösen sich auf. Ich war der Gruppe gegenüber lange ignorant, fielen ihre Anfänge doch in die Phase, wo ich Shiina Ringos Solosachen gerade erst richtig entdeckte und so erst mal ein Jahr lang mit Karuki Zamen Kuri No Hana (aka dem besten Album des letzten Jahrzehnts) beschäftigt war. Es folgte Ungläubigkeit ob der stilistischen Gewöhnlichkeit ihres Jazzrocks, so weit entfernt vom Avant-Pop Shiinas, erst um OSCA / Killer Tune rum konnte ich mich zumindest für einzelne Songs begeistern. [...]
Ich finde diesen großäugig umhertaumelnden Song immer noch großartig. Mittlerweile hat er sich sogar, anfangs von den supereleganten Discopop-Tänzern um ihn herum überragt, zum schmachtsamen Höhepunkt auf Javiera Mena s zweitem Album entwickelt. Ich mag auch das Video, wieder einmal so eine spielerische Umsetzung von Motiven, die direkt aus Menas Unterbewusstsein entstiegen scheinen, allzu oft kriegt man so ein nonchalantes Gender Bending ohne Message-Gewichtigkeit ja auch nicht zu sehen. Ich verstehe auch, wenn das aus Geldmangel wohl nur mit Fremdfinanzierung hinzubiegen war, aber der Moment, in dem in diesem leicht märchenhaften Clip ein langer [...]
Bis zur Ankündigung von 50 Words For Snow , bei dem das mehr als offensichtlich sein sollte, hatte ich immer vermutet, dass Shapeshifting sich als das Winteralbum 2011 entpuppen würde. Denn auch, wenn hier und da Kastagnette oder Steel Drums als vermeintliche Sonnenindizien auftauchen, der Grundton ist ein kühl-melancholischer, der selbst Young Galaxy s warme Melodien mit frostigen Bassläufen in niedere Thermalregionen zieht. Und vor allem ist da die glasklare Produktion Dan Lissviks, durch die Peripheral Visionaries als eine weite weiße Eislandschaft wirkt über, die die Musik elegant auf Schlittschuhen gleitet. [...]

Einer der (vielen) bemerkenswerten Aspekte an koreanischem Pop ist, wie dort unter starkem Leistungsdruck ein extrem professionelles, hochqualitatives Produkt in kurzer Zeit mit einem bestensfalls mediokrem Budget rauszuhauen versucht wird. Vor allem die Tanzchoreographie-Clips der Gruppen spielen sich so oft glamourös, scheinwerfergeflutet und hochauflösend vor letztlich doch ziemlich ähnlichen Hufeisen-Studiokulissen ab. Selbst das vielleicht größte Videoereignis des Jahres, die erste Single des Damennonetts Girls' Generation seit deren Triumphlauf durch die japanischen Charts, bietet nach anfänglicher Hintergrund-CGI und ollen 300-Speedrotiereffekten dann auch kaum noch was, um sich vom breiten Durchschnitt abzuheben. Ähnlich steif wirkt anfangs der [...]

Das musste ja auch irgendwann mal passieren: Ein verhunztes Vinyl. Dabei sah man der blauen Pressung von We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves von außen keinen Makel an, doch beim Auflegen glich der Lauf des Tonabnehmers einer Achterbahnfahrt, so stark schien die Platte gewölbt. Obwohl sich später herausstellen sollte, dass sie lediglich nicht ganz eben auflag weil das Loch in der Mitte ein wenig erweitert werden musste, hätte mir das gerade bei John Maus wenig ausgemacht, es passte sogar wunderbar zu seinem verdrehten Pop. Besonders die Stücke weit außen auf der Scheibe wie [...]
Die Möglichkeit, im modernen Informationszeitalter regelmäßig neue Musik ins Netz werfen zu können hat sicherlich den Vorteil, dass man ständig im öffentlichen Bewusstsein bleiben kann anstatt vor jeder neuen Veröffentlichung für ein paar Monate zu verschwinden. Im Falle von Visions Of Trees hatten die Demos und Remixe, die das Duo seit seiner letztjährigen EP herausbrachte, allerdings ein Zerrbild produziert über das ich es fast schon abgeschrieben hatte. Weder die melodische noch atmosphärische Stärke ihrer frühen Stücke aufweisend, schien der Abweg in flittrige Klangdetailverliebtheit schon absehbar. Doch zum Glück haben sie sich beides [...]

Ein halbes Jahr länger als gedacht hat es dann doch gedauert, aber nun ist mit Paris Burns die erste Single der Londoner Cover Girl draußen. Und immer noch ist es eines der feinsten Posthardcore-Tanzgewitter des Jahres, gerade inmitten all des Wohlfühl-Nostalgiegeplänkels der Indierock-Gegenwart ist es schön zu hören, dass mit Captured Tracks eine dessen Hausmarken auch Bands mit ungemütlichen Ecken in seine Reihen aufnimmt., egal wie unmodisch das gerade ist. [Video] Covergirl - Paris Burns

Gewiss lässt sich sowas nicht planen, aber als ich meine Vergangenheitsbetrachtungen begann hatte ich schon die Hoffnung, dass deren Themen sich auch mal mit der Gegenwart überschneiden würden. Und tatsächlich, nur fünf Tage, nachdem der Eintrag zu den damaligen Dronerock-Norwegern 120 Days dort online ging, kündigten eben jene seit langer Zeit wieder eine neue Single an. Und obwohl Osaka immer noch kein offizielles Vorzeichen des schon vor Jahren annoncierten Lindstrøm-produzierten Albums ist, schlägt es klar eine elektronische Linie ein, die überraschenderweise dann doch den schon verloren geglaubten Gesang beinhaltet. [Video] [...]

Vielleicht liegt's daran, dass zuletzt so viele mit dem Bewerben ihrer Japan-Veröffentlichungen beschäftigt waren, aber die nächsten Wochen dürfte ungeheuer Schwung in die koreanische Popwelt kommen. Den Anfang machten Kara mit dem schon-ziemlich-guten Step (Kettensäge als Buildup zum Refrain? Warum auch nicht), die neue Single der Brown Eyed Girls aber dürfte nicht die letzte der kommenden Wochen sein, die vom bunten Clublectro-Sound abwandert. Sixth Sense erinnert mit diesem leicht galoppierenden Marschbeat durchaus ein bisschen an Mungolian Jetset, vor allem die letzten anderthalb Minuten ab dem Breakdown treiben das Streicherdrama ziemlich fantastisch auf die Spitze. [...]
Es bringt eine doppelte koginitive Dissonanz mit sich, die Videos von Milk Maid zu sehen. Denn obwohl er dort mit Band synchronschrammelt, hat Martin Cohen die Songs und Instrumente auf Yucca nahezu im Alleingang eingespielt, mehr aber noch sieht er selbst zeitlich deplatziert aus: Die Musik ist im besten Collegerocksound der 90er gehalten, die Videos in damit kontemporärem verwackeltem Analog-Heimvideolook, doch Cohen selbst, mit Bart, Hut und Flannellhemd, wie sie damals nicht so auf moderne Männerschmalheit zugeschnitten waren, ist fast als einziges Element eindeutig als Teil der Gegenwart identifizierbar. [Video] Milk Maid [...]

Wenn es etwas gibt, das mich immer wieder an (vor allem deutschen) Produktionen stört, dann sind das Produzentenvocals. Dünne, schräge Stimmen, ödes Timbre, wackeliges Getapse über wenige nah beieinander liegende Töne - warum nicht stattdessen jemanden nehmen, der oder die auch ein Gesangsorgan hat das einen ebenso mitnehmen kann wie die Musik? Walls sind jetzt nicht das perfekte Gegenbeispiel, bei ihnen werden Vocals unbekannter Herkunft in kaum zu einem Wort reichenden Schnippseln geloopt als ein weiteres unter vielen Instrumenten und Texturen genutzt. Aber die Stärke, in der sie ausgeprägt sind, machen sie dabei zu einer ebenbürtigen Bereicherung der [...]

Wenn es etwas gibt, das mich immer wieder an (vor allem deutschen) Produktionen stört, dann sind das Produzentenvocals. Dünne, schräge Stimmen, ödes Timbre, wackeliges Getapse über wenige nah beieinander liegende Töne - warum nicht stattdessen jemanden nehmen, der oder die auch ein Gesangsorgan hat das einen ebenso mitnehmen kann wie die Musik? Walls sind jetzt nicht das perfekte Gegenbeispiel, bei ihnen werden Vocals unbekannter Herkunft in kaum zu einem Wort reichenden Schnippseln geloopt als ein weiteres unter vielen Instrumenten und Texturen genutzt. Aber die Stärke, in der sie ausgeprägt sind, machen sie dabei zu einer ebenbürtigen Bereicherung der [...]

Na soll mal einer sagen, ich hätte zu wenig Geduld beim Probehören. Gut vier Monate nach dem ersten Mal hab ich mich letztens endgültig entschlsosen, mir das Debüt von Gatto Fritto zuzulegen. Vielleicht, weil ich mich selbst so schwer davon überzeugen konnte, dass er darauf irgendwas besser macht als die vielen, vielen anderen, die ein ähnliches Feld bearbeiten und unn wirklich keinen Mangel an Höralternativen bieten. Aber letztlich kommt's eben doch nur darauf an, dass ich irgendwann mal wieder einen enormen Drang nach Lucifer Morning Star verspürte, aus dessen Sternennebel immer wieder diese Einzelmelodien [...]

Schon bei der Nennung ihres Labels hab ich aufgehört, Mails und Blogeinträge über Dominant Legs zu beachten, zu viele der Sachen auf Lefse hatten in der Vergangenheit die Art von angesagt ramschiger Produktion, die mir so gar nix bringt und vernünftiges Songwriting mit dem gleichen Klangmatsch obskuriert wie halbgares Rumgenudel. Aber damit habe ich nur allzu lange diese fantastische Sonnensingle verpasst, klar umrandete New-Wave-Wonne mit spritzig flottem Gitarrenjangle und goldigem, clever arrangiertem Sie-und-Er-Duett- und Wechselgesang deren Refrain auch bei der 87. Wiederholung eine wahre Freude ist. [Video] Dominant Legs - Hoop Of [...]

Man lasse sich nicht vom Counter täuschen: Dies ist nur die sekundäre offizielle Version des Videos, die nicht hierzulande gesperrt ist. Die andere steht mittlerweile bei über 10 Millionen Views, einen Großteil davon hat sie innerhalb weniger Tage erreicht und ist damit zumindest zum schnellsten 8stelligen Videoerfolg des K-Pop geworden. Doch ums Video geht es hier natürlich nicht, aber auch nicht mal so sehr um den ganzen Song - auch wenn sich eine Abhandlung über den Einsatz des Dubstep-Breakdowns im Pop 2011 hier festmachen ließe, auch wenn Bubble Pop eine der Übersingles des Jahres ist, auch wenn es [...]

Last Summer ist eine Doppelreise: Einmal eine zeitliche, durch die Erinnerungen Eleanor Friedberger s, zum anderen eine geographische durch die Straßen New Yorks, in denen sich scheinbar ihr gesamtes Leben abgespielt hat. Darin unterscheiden sich ihre eigenen gar nicht mal so sehr von den Songs, die sie gemeinsam mit ihrem Bruder bei den Fiery Furnaces macht. Doch wo sich diese in ebenso obskur-exotischen Orten wie in fernst zurück liegenden Zeiten abspielen können, bleiben die Handlungen ihres Debütalbums stets in greifbarer Nähe, erhalten sich eine Qualität die sie nicht wichtiger, aber persönlicher werden lässt. Sie versucht nämlich gar nicht [...]