Alles Gute hat ein Ende, und so haben Titus Andronicus nun den fünften und letzten Teil ihrer ausgedehnten Tourdokumentation online gestellt (den Rest gibt es auf Youtube ). Einen Preis werden sie dafür genauso unwahrscheinlich einfahren wie einen Grammy für ihre modernen Punk-Geniestreiche, aber mir gefällt die Art, wie man hier ohne künstliche Dramatisierung das Auf und Ab und Auf dieser (zu Beginn noch völlig unbekannten) Band mitverfolgen konnte, wie sie auf zwei Kontinenten mit wechselnden Begleitern (die alle was zu erzählen haben) unzählige Bühnen bespielt, dahinter herumhängt und vor allem viel dazwischen unterwegs ist. Im letzten [...]

Man mag's nicht für möglich halten, aber auch an Heiligabend erscheinen dieses Jahr noch tolle Alben. Nun, eines zuallermindest, das Debüt von Solar Bears wird am Freitag nämlich seine völlig verdiente Veröffentlichung hierzulande erfahren. Dass es mittlerweile zu so ziemlich allen Stücken ein aus Filmmaterial zusammengeschnipseltes Video gibt, belegt einerseits die cineatische Qualität des Werkes, passt aber auch ganz gut dazu wie darauf Bekanntes in bunter Vielfalt vermischt wird. Mein Favorit ist bislang der Clip zu Dolls , das Szenen aus Der Phantastische Planet bestens mit dem verstrahlten Kinderchor des Stückes paart. [...]
Alle, die White Magic bislang nicht die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt haben, können eigentlich gleich noch ein bisschen warten, denn am 11.02.2011 (welch symmetrisches Datum) erscheint das großartige Debüt von ceo auch hierzulande. Heute ist bei Sincerely Yours unterdes der Anstoß des albumlangen Rufes nach Freiheit Illuminata als Single rausgekommen, begleitet von der bislang ungehörten R'n'B-B-Seite Halo und einem Video erneut unter der Regie von SY-Hausvisualisierer Marcus Söderlund. [Video] ceo - Illuminata
Mag gut sein, dass der Song ohne Video nur halb so gut wäre, aber hey, ich werd mich nicht über gute Popsynergien beschweren. Denn dem kampflustig trommelnden Slippery Slope von The Dø steht der Clip, in dem die Sängerin inmitten verhüllt tanzender Gestalten umherzuckt und toll-manische Visagen sieht (Highlight: Bei 2:16 Minuten), einfach bestens zu Gesicht. Mit zwei weiteren neuen Stücken zu finden auf der seit heute über die Homepage des Freak-Pop-Duos erhältlichen EP Dust It Off . [Video] The Dø - Slippery Slope
Ich würde ja mal gerne ein Venn-Diagramm aus Comicfans und Leuten, denen die neue My Chemical Romance gefällt sehen, denn ich vermute dort eine ziemlich große Überschneidung. Und bin auch sicher nicht der erste, den das rastlos vergnügliche Feuerwerk von Danger Days an Warren Ellis' Phrase der "Mad, Beautiful Ideas" erinnert, ein buntes Popspektakel im Breitbildformat das auch in Videos wie dem cyberpunkigen zu Sing approximiert wird. Erneut passenderweise mit Ideenkönig Grant Morrison in der Schurkenrolle, wobei das Album gewiss nicht an die formalistische Innovation oder thematische Tiefe seiner Werke heran kommt, [...]
Kein anderes Album hat dieses Jahr - zumindest zum Positiven hin - so eine 180°-Drehung bei mir bewirkt wie Contra . Ich weiß noch, wie enttäuscht ich nach dem ersten Hören war und die Platte beim zweiten Durchlauf fast schon abgeschrieben hatte, wäre sie nicht von Giving Up The Gun gerettet worden. Dass der Song wie fast immer bei Vampire Weekend die Kunst beherrscht, sich mit wiederholten Hören von "ganz nett" bis "sehr nett" zu steigern, diesen Appeal dann aber auch nach dem hundertsten Mal zu behalten, war da noch nicht klar. [...]
Auch wenn Marnie Stern auf ihrem selbstbetitelten dritten Album mehr denn je zu kräftigen, breiten Powerchords greift, so bestimmen doch die schnellen, regenbogenbunten Fingerhämmereien am Griffbrett weiterhin stark ihren Sound. Wer immer schon mal sehen wollte, wie Stern die live hinbiegt, hat mit Kameraeinstellung Nr. 2 mal einen echten Mehrwert im hier mal über ein nutzloses Gimmick hinausreichenden Multiperspektivvideo, die ist nämlich in Transformer genau aufs Griffbrett gezoomt. Pitchfork POV: Marnie Stern Oder natürlich gibt es für viele die noch bessere Option, sie ab nächster Woche bei [...]

Als Anfang des Monats der Köln-Auftritt von School Of Seven Bells in letzter Sekunde gestrichen wurde, war das ohnehin schon ärgerlich, noch mehr aber weil ich neugierig war, wie sich das nun-Duo nach dem vorläufigen Ausstieg von Claudia Deheza nur mit dem Gesang ihrer Schwester live arrangieren würde. Denn auch wenn die Musik auf Disconnect From Desire ihre einzelnen Elemente mehr ausbalanciert und -differenziert, fällt es schwer, sich beispielsweise I L U ebensogut ohne seine Doppelstimmigkeit vorzustellen, die das Verlustgefühl des Songs nur umso schmerzvoller vermittelt. [Video] School Of [...]

Dass die erste Single von Mena nicht der beste Song darauf ist, liegt vor allem daran was für ein durchweg zauberhaftes Album Javiera Mena s Zweitwerk ist. So mag Hasta La Verdad nicht an die schier phänomenale Sequenz aus Luz De Piedra De Luna , Sufrir und Acá Entera heranreichen, das schafft aber dieses Jahr wahrscheinlich eh niemand, und so bleibt immer noch eine herrlich reichhaltige Discopop-Nummer, an allen Ecken und Enden akzentuiert dass es eine Wonne ist: Kelley Polars sanft einfliegende Streicher, die wippende Saite und belebenden Handtrommeln, alle [...]

Fast noch mehr als vom immerhin mit ein paar guten Ideen aufwartenden, aber unhörbar produzierten neuen Klaxons -Album war ich von SAAMs erstem Video dazu enttäuscht. Nach den nicht immer originellen, aber immer höchst sehenswerten Fremdwelten, die er für diese Band wie auch für Late Of The Pier herbeizauberte, erinnerte das überlange Echoes -Wüstenmäandern vor allem an alte Bon-Jovi-Posereien. Twin Flames aber macht alles wieder mehr als wett, mit so viel nackter Haut und Softcore-Körperkontakt auf dass zumindest eine Inkarnation davon von Youtube verbannt wurde, was aber nicht der Grund ist warum das Video gewiss nicht [...]
Tja also, The Monitor .. Album des Jahres, wahrscheinlich, oder? Wie dort Patrick Stickles die Geschichte seines versuchten Ausbruchs aus dem großenen amerikanischen Albtraum darlegt, persönliche Debakel und Gesellschaftsmalaise mit den spätnachts im Fernsehdelirium absorbierten US-Bürgerkriegsdokus zu einer wahrhaft epischen Geschichte hochstilisiert. Wie Titus Andronicus hier in The Battle Of Hampton Roads die letzte Schlacht fechten, textlich und musikalisch, unser Erzähler sich in der Katharsis des Punks seinen ganzen Abscheu aus der Seele kotzt und am Ende doch als bettelnder Verlierer zurückbleibt. Doch dann Bläser, Streicher die sich nicht unterkriegen lassen. Und gottverdammt [...]

Da fragte ich mich eben beim Hören von Wild And Inside noch, wann wohl endlich mal wieder Bewegung in Eat Skull kommt, und google da: Zwar steht immer noch nicht fest wann ihr nächstes Album erscheint, zumindest aber wo, bei Woodsist woe bereits der Noisepop-Genies letzte Single erschien. Zu deren herrlich janglender A-Seite Don't Leave Me On The Speaker gibt es nun auch ein Video, in echt zu sehen gibt es die Band auch auf ihrer heute beginnenden Europatour - im deutschsprachigen Raum leider nur am 6.12. im Wiener Rhiz. [...]
Auch wenn es für mich wohl nie das geniale Doppelpack aus Microcastle und dem experimentell-dekonstruktiven Weird Era Cont. erreichen wird, auch Deerhunter s viertes Album ist ein herausragendes geworden, das erneut durch eine gewisse Inkonsistenz besticht. Mit diesen gefasst-klaren Popmomenten wie Memory Boy oder Revival , die nur allzu deutlich aus einem schwummrigen Nebel herausgeschossen kommen, aber eben auch niemals so effektiv wären wenn ihnen nicht z.B. die 5 Minuten Flüstergitarre von Sailing vorausgingen, die wiederum für sich genommen ziemlich verloren wären. Und obwohl diesmal auch [...]
Vor ein paar Wochen ging mal die hoffnungserregende Nachricht um, dass Titus Andronicus im November für mindestens einen höchst intimen Abend nach Deutschland zurückkehren würden. Daraus ist leider, wie aus der hiesigen Veröffentlichung einer der besten Platten des Jahres, wohl nichts geworden, anhand dieser multiperspektivischen Liveaufzeichnung kann man nun aus sechsfacher Sicht weinenden Herzens davon träumen, was das für ein Heidewitzka hätte sein können: Offline POV: Titus Andronicus
Vor ein paar Wochen ging mal die hoffnungserregende Nachricht um, dass Titus Andronicus im November für mindestens einen höchst intimen Abend nach Deutschland zurückkehren würden. Daraus ist leider, wie aus der hiesigen Veröffentlichung einer der besten Platten des Jahres, wohl nichts geworden, anhand dieser multiperspektivischen Liveaufzeichnung kann man nun aus sechsfacher Sicht weinenden Herzens davon träumen, was das für ein Heidewitzka hätte sein können: Offline POV: Titus Andronicus

Es wird kaum überraschen, dass sich Katy B s neue Single thematisch erneut im Club abspielt, diesmal das gefühlt verfrühte Ende der Nacht verhandelt. Bemerkenswert ist das funky von Geeneus produzierte Lights On sicher mehr wegen der Präsenz von Ms. Dynamite, die nach Erfolgen zu großen Zeiten des großen Grime-Hypes - inklusive Mercury-Preis-Gewinn - plötzlich von der musikalischen BIldfläche verschwand. Nur um dieses Jahr auf bald einem halben Dutzend Songs verschiedener Künstler als Gast wieder aufzutauchen und die Liste mit Katy Bs KollaboratorInnen noch außerordentlicher anwachsen zu lassen. [Video] Katy B - [...]
Schon das zweite Video zu diesem Song, aber zum Einen erscheint er am 09.11. als erste offiziell-physische Single von MEN (jetzt wohl in Großbuchstaben) in einer etwas aufpolierten Fassung, der auch die Bildqualität des neuen Clips Rechnung trägt, zum Anderen ist Off Our Backs halt auch immer noch so herrlich unverschämt catchy dass es eigentlich gar nicht genug gutgelaunte, verschwitzte, sonnige Videos dazu geben kann. [Video] Men - Off Our Backs

Eine lange Zeit brachten Animal Collective gebräuchliche Zeitrahmen von Komposition, Aufnahme und Livedarbietung auf aufregende Weise durcheinander. So durfte man von ihren Konzerten erwarten, dass sie zu großen Teilen aus bislang unbekannter Musik bestehen würden, die erst lange später ihre breite Veröffentlichung in Album- und EP-Formaten sehen würde. Das hat sich mit Merriweather Post Pavilion , dessen Inhalt gut zwei Jahre den Hauptbestandteil der Konzerte ausmachte, geändert, mittlerweile aber auch schon auf erneut interessante Weise verkehrt: Denn fast zwei Jahre nach dem Erscheinen ihres letzten ( nichtvisuellen ) Albums setzen Animal Collective immer noch neue Musikvideos [...]
Oh ja, Commotion . Erst mal, dieses Video (vom gleichen Regisseur, der schon die letzte The Hundred In The Hands -Single so toll bebilderte ): Wow. Und überhaupt dieser nicht minder kinetische Spätnachtsfloorkiller, mit funkelndstem Feinschliff von Richard X, dessen schönste Details (die budda-budda-Drums am Ende! Die drängenden Tritte im Refrain-Aufbau!) in so ner Video-Tonspur kaum rübergebracht werden. Sehr wohl aber Eleanor Everdells Darbietung, die so was von über bloßes rhythmisches Textintonieren hinaus geht. Wie sie mit gaaaaanz langgezogenen Vokalen beginnt, die Silbenfrequenz auf normal anhebt und dann mit rasant ansteigender Dringlichkeit in Tonfall und Stimmfärbung zum [...]
Es ist kaum noch zu übersehen, wie sehr Gerard Ways Prä-Rockstarkarriere-Wurzeln als Comicfan und -schreiber in die neue Single von My Chemical Romance reinranken. Sowohl der Song als auch das Video zu Na Na Na (Na Na Na Na Na Na Na Na Na Na) schmeißen so viele bunte Ideen in einen Topf dass man kaum hinterher kommt und drehen ordentlich die Temperatur hoch, der Clip ist dabei passend zur Garagerock-Basis der Musik eben an campen Bikertrash wie Guitar Wolfs Invader Ace oder Wild Zero , aber auch an etwas höher budgetierte 80er [...]