
Platz 6 Sandro Perri - Impossible Spaces Nahezu alle meine Favoriten dieses Jahr ziehen eine durchgängig kohärente Klangwelt auf, doch keine davon bot so einen schieren Hörgenuss wie die Sandro Perris. Nur zu passend, das er selbst in seinen Texten Räume und unendliche Weiten beschreibt, brilliert er doch eben im Arrangement seiner Musik in solchen. So schwebt seine Stimme dort mitten im Raum, flankiert von je einem Saitengespann links und rechts, mit anderen Instrumenten die zwischen diesen Extremen umherwandern, das Ganze irgendwo zwischen New Wave, Bitte Orca , Jazz, [...]

Platz 12 Iceage - New Brigade Auch nach fast einem Jahr bin ich hin und weg von der kalten Macht dieses Albums. Rostmetallisch schaben die Gitarren mit postpunkiger Kantigkeit in lichtlose Kellerräume hinein, doch die Energie, mit der sie und die Rhythmussektion zu hoffnungsarm monochromem Gesang durch die Finsternis rauschen, ist eine rastlos punkige. Und doch sind es ein ums andere Mal nicht Atmosphäre und Impetus, sondern die simpel eingängigen Melodien, die einen so mitreißen und diese knappen Kleinode in einem kalten Rausch hindurchziehen lassen. [Stream] Iceage [...]

Platz 21 Container - LP Warum kann Techno nicht öfter so offensiv schmutzig sein? Containers Stücke klingen, als hätte er sich sein Equipment selbst solala zusammengebastelt, jeder Waberton, Klatscher, Maschinenbeat scheint am Rande zerfranst und hallt krisselig nach - selbst, wenn sie in Dissolve anfangs noch intakt erscheinen. Das Großartige an diesen krachigen Tanznummern ist aber, dass sie nicht bloß angesagt texturierter Kram zum Nebenherhören sind, sondern mit ihrem Aufbau und ihrer schieren Körperlichkeit tatsächlich zum Noiserave taugen. Wo auch immer diese Party stattfinden würde. [Stream] [...]

Platz 30 Seefeel - Seefeel Es war das erste Album, bei dem meiner Anlage das Vinylformat zum Vorteil gereichte. Ein stellenweise verschlepptes Schlagzeug gibt mit spärlichen, aber kräftigen Anschlägen eine staksige Erdung für ein Füllhorn aus noisigen Klängen, die in einem Meer aus Ätherstimmen, synthetischen Oszillationen, dubbigen Grooveläufen und knarzigen Texturen auf- und wieder abtauchen. Doch was den Albumverlauf charakterisiert, ist ein irgendwann einsetzendes Basswabern, das sich zur Mitte hin mit zunehmendem Volumen aus den Lautsprechern ausbreitet und die Rückkehr der Post-Rock-Veteranen einen guten Deut tiefenintensiver gestaltete. [Stream] [...]

Platz 30 Seefeel - Seefeel Es war das erste Album, bei dem meiner Anlage das Vinylformat zum Vorteil gereichte. Ein stellenweise verschlepptes Schlagzeug gibt mit spärlichen, aber kräftigen Anschlägen eine staksige Erdung für ein Füllhorn aus noisigen Klängen, die in einem Meer aus Ätherstimmen, synthetischen Oszillationen, dubbigen Grooveläufen und knarzigen Texturen auf- und wieder abtauchen. Doch was den Albumverlauf charakterisiert, ist ein irgendwann einsetzendes Basswabern, das sich zur Mitte hin mit zunehmendem Volumen aus den Lautsprechern ausbreitet und die Rückkehr der Post-Rock-Veteranen einen guten Deut tiefenintensiver gestaltete. [Stream] [...]

Platz 39 Oneohtrix Point Never - Replica Nach den noch recht assoziationsfreundlichen Dronescapes der Vergangenheit schaffte Daniel Lopatin mit seinem diesjährigen Oneohtrix-Album sicherlich die konkreteste Umsetzung seiner künstlerischen Vision. Recycling als Kitsch verrufener VHS-Fundstücke, das hatte er schon in seinen anderen Projekten ansatzweise betrieben. Mit dem Einbringen dieser Sampeleien in sein Hauptwerk als Oneohtrix Point Never machte Lopatin zwar nicht seine beste, aber vielfältigste Platte - wobei es vor allem die Mischung polierter und harscher Sounds ist, die mich hieran reizt, woher die kommen ist bei all ihrer Dehnung, Zerrung und [...]

Platz 48 Joanna Gruesome - e.p Es gibt so einen magischen Punkt, an dem schrottige Produktion aufhört, bloß völlig kaputt zu klingen und die Musik mit diesem unfassbaren Lo-Fi-Etwas beseelt. Diesen Punkt erreichen die lose zusammengestellten frühen Aufnahmen des walisischen Indiepop-Quintetts gewiss nicht, hier wird wust drunter- und drüberkomprimiert und verhallt und gefiept und übersteuert und das von Song zu Song unterschiedlich. Doch was das schon akzeptable Pantry Girl mit dem Demoqualität-Thrasher Sugarcrush eint, ist dieses andere unfassbare Etwas: Ein fabelhaftes Gespür für Ohrwurm-Harmonien, das durchaus mit [...]

Platz 48 Joanna Gruesome - e.p Es gibt so einen magischen Punkt, an dem schrottige Produktion aufhört, bloß völlig kaputt zu klingen und die Musik mit diesem unfassbaren Lo-Fi-Etwas beseelt. Diesen Punkt erreichen die lose zusammengestellten frühen Aufnahmen des walisischen Indiepop-Quintetts gewiss nicht, hier wird wust drunter- und drüberkomprimiert und verhallt und gefiept und übersteuert und das von Song zu Song unterschiedlich. Doch was das schon akzeptable Pantry Girl mit dem Demoqualität-Thrasher Sugarcrush eint, ist dieses andere unfassbare Etwas: Ein fabelhaftes Gespür für Ohrwurm-Harmonien, das durchaus mit [...]

Platz 57 Patrick Wolf - Lupercalia The Bachelor wirkte 2009 wie ein Alles-oder-nichts-Schritt. Eine ambitionierte, fanfinanzierte Eigenveröffentlichung, deren Erfolg Grundbedingung nicht nur für eine Fortsetzung, sondern überhaupt für die künftige Kreativexistenz des Musikers Patrick Wolf zu sein schien. Doch weil seine Musik eben vor allem vom wechselhaften Leben des Menschen Wolf bestimmt wird, folgte statt der geplanten Fortsetzung ein neuer Pop-Anlauf. Darin erklärt The City die Stadt zum Feind der Liebe, argumentiert House fürs Sesshaftwerden im Naturidyll und schwärmt Slow Motion dermaßen überzeugend [...]

Platz 66 Those Dancing Days - Daydreams & Nightmares Während das Debüt mehr ein Singles-plus-Rest-Ding war, gelang den Schwedinnen ihr zweites Popalbum rundum erfreulich. Von synthetisch unterstrichenem Phoenix-Funkeln über dunkel verhangene Atmo-Schleicher bis zu frenetischem Davonrasen - am schönsten beim Stalker-Hymnchen I Know Where You Live Pt. 2 - lieferte Daydreams & Nightmares genug gute Gründe, das vorläufige Ende der Band zu bedauern. [Stream/MP3] Those Dancing Days - Can't Find Entrance [Albumstream] Those Dancing Days [...]

Platz 66 Those Dancing Days - Daydreams & Nightmares Nachdem das Debüt mehr ein Singles-plus-Rest-Ding war, gelang den Schwedinnen ihr zweites Popalbum rundum erfreulich. Von synthetisch unterstrichenem Phoenix-Funkeln über dunkel verhangene Atmo-Schleicher bis zu frenetischem Davonrasen - am schönsten beim Stalker-Hymnchen I Know Where You Live Pt. 2 - lieferte Daydreams & Nightmares genug gute Gründe, das vorläufige Ende der Band zu bedauern. [Stream/MP3] Those Dancing Days - Can't Find Entrance [Albumstream] Those Dancing Days [...]
Was abseits von Alben und dem, was in den Mixen Schmelzen , Do(wner)-Fi und Moods XX landete, übrig blieb. Cat's Eyes - I Knew It Was Over Es war eines der ersten Lieder, die ich dieses Jahr hörte und blebt eins meiner Liebsten. Live in der Vatikankirche eingespielter Pop, der an die 60er erinnert, aber mit Orgel und Chor eine Trennung in spirituelle Dimensionen katapultiert. -------------------------- Help Stamp [...]
Was abseits von Alben und dem, was in den Mixen Schmelzen , Do(wner)-Fi und Moods XX landete, übrig blieb. Cat's Eyes - I Knew It Was Over Es war eines der ersten Lieder, die ich dieses Jahr hörte und blebt eins meiner Liebsten. Live in der Vatikankirche eingespielter Pop, der an die 60er erinnert, aber mit Orgel und Chor eine Trennung in spirituelle Dimensionen katapultiert. -------------------------- Help Stamp [...]

(Teil 1) (Teil 2) (Teil 3) (Teil 4) (Teil 5) (Teil 6) Platz 08 Shining - Blackjazz Ein finsteres Biest von Album haben die Jaga-Jazzist-Spinoffs geschaffen in dieser Vereinigung von metallischer Schwere, vertrackten Strukturen und einem Industrial-Sound, dessen schwarze Lackierung eine fast schon plastikhafte Qualität annimmt. Bei aller filigranen Frickelei wird Blackjazz aber von melodisch einprägsamen Riffs angetrieben, die man auch noch wiedererkennt wenn sie Mitte des Albums unvermutet wieder auftauchen [...]

(Teil 1) (Teil 2) (Teil 3) (Teil 4) (Teil 5) Platz 16 Oneohtrix Point Never - Returnal Daniel Lopatins zweiter großer Streich, fast an der gleichen Stelle wie letztes Jahr , mit dem er die letzten Monate wohl so groß rauskam wie es ein Analog-Synthdrone-Schwurbler nur kann. Wobei mir die Albumtrilogie Rifts doch immer noch besser gefällt, nicht weil sie mehr Vielfalt hätte - der Anfang von Returnal ist [...]

(Teil 1) (Teil 2) (Teil 3) (Teil 4) Platz 24 A Sunny Day In Glasgow - Autumn, Again Kaum zu glauben, aber dieses Dreampop-Juwel gibt es immer noch zum freien Download bei der Band. Leider scheint dadurch manchen nicht aufgefallen zu sein, dass es sich bei Autumn Again um keine EP oder Resterampe für B-Seiten handelt, sondern um A Sunny Day In Glasgows vollwertiges drittes Album - und ihr bisher bestes. Ätherische Gesänge und sphärische [...]

(Teil 1) (Teil 2) (Teil 3) Platz 32 The School - Loveless Unbeliever Best Coast mögen die bessere PR-Agentur und das angesagtere Label gehabt haben, aber was Indie-Pop voller süßer Herzschmerz-Eingängigkeit anging waren dieses Jahr die Waliser um Liz Hunt nicht zu übertreffen. Allein schon Singles wie Let It Slip und All I Wanna Do , andere Bands kriegen vielleicht nur eine davon in ihrer ganzen Karriere hin. Klar dass die damit im voraus [...]

(Teil 1) (Teil 2) Platz 40 Umberto - Prophecy Of The Black Widow So sehr es mir manchmal leid tut, die meisten der (gewiss nicht wenigen) Synthgniedeleien und Drum-Machine-Rumpler auf Not Not Fun sind mir ja doch ein Stück zu Low Budget im Sound, zu versumpft als dass ich die Musik wirklich genießen könnte. Doch während man Umberto, dem Soloprojekt des Bassisten von Expo '70, gewiss keine lupenreine Produktion andichten kann sind seine wuchtigen Horror-Soundtracks in bester Italo-Tradition zu ausgeprägt um [...]

(Teil 1) Platz 48 Eluvium - Static Nocturne Matthew Cooper zeigte die Möglichkeiten seines Schaffens als Eluvium dieses Jahr auf zwei höchst unterschiedlichen Alben auf. Auf Similes brachte er in etwas songorientierteren Strukturen seine Stimme als neues Spielelement in seine Ambientwelt ein, gelungener erschien mir aber sein in Eigenregie veröffentlichtes wortloses Bad im Rauschen. Ein langer Track, aus dessen einziger Konstanten, dem hypnotischen Schneefall, sich immer wieder sanfte Ambienttexturen und Melodien herausschälen und die Schönheit des allumfassenden Knisterns auf bezaubernde Weise [...]

Platz 56 Trentemøller - Into The Great White Yonder Eine meiner beiden Enttäuschungen dieses Jahr. Jedenfalls insofern, als ich mir erhofft hatte, Into The Great White Yonder würde sich sobald einmal die Blätter fielen zu einer schön stimmungsvollen Herbstplatte entwickeln. Doch nur weil meine Erwartung nicht erfüllt wurde, ist Trentemøllers 2. Longplayer gewiss kein schlechter, allein schon wegen der düster brodelnden Sycamore Feeling und ...Even Though You're With Another Girl und dem Breitbild-Lichtblick Tide zwischen denen es ordentlich im Gebälk knackt. [...]